documenta 14

documenta 14

zurück zur Übersicht
001 Athener Eule

Alle 5 Jahre (anfangs alle 4 Jahre) findet in Kassel eine Kunstausstellung statt, die weltweit zu den bedeutendsten ihrer Art zählt. Sie trägt auch den Namen “Museum der 100 Tage”, da sie exakt 100 Tage dauert. Arnold Bode iniziierte 1955 die erste documenta. Am 10. Juni 2017 wurde die

documenta 14

eröffnet. In diesem Jahr gab es in Athen einen zweiten, gleichberechtigten Standort der documenta 14.

001a weißer Rauch

Schon von weitem sieht der Besucher weißen Rauch aus dem Dach des Zwehrenturms aufsteigen und erwartet in jedem Augenblick die Sirenen der Feuerwehr zu hören. Dabei handelt es sich um die Arbeit “Expiration Movement” des Künstlers Daniel Knorr.

002 Staatstheater

neben dem Staatstheater befindet sich die “documenta Halle”, eine 1992 nicht nur für die documenta errichtete Ausstellungshalle.

006 Mensch und Hund

kein Kunstwerk, sondern übliche Begleiterscheinung eines Events von einer solch weltweiten Bedeutung: “ Mensch und Hunde ”

003 Ausblick

“ Rahmenbau “

004 Friedericianeum

 Museum  Fridericianeum: Ausstellungsort zeitgenössischer Kunst

011 Wadim Sidur-Der Gefesselte
005 Wir sind das Volk

Hans Haacke: “Die Fremden” - “Wir (alle) sind das Volk” (entstanden zur documenta 9)

009 Röhrenblick 1

Wadim Sidur: “Der Gefesselte”

008 Röhreninstallation

hier handelt es sich um ein Kunstwerk des deutsch-irakischen Künstlers Hiwa K, das an Geflüchtete erinnern soll, die im Hafen von Patras in solchen Röhren gehaust hätten.

010 Röhrenblick 2

“  Schlafzimmer ”

012 Afrikan.Percussion- Kunst

live: afrikanische Percussions-Kunst

013 Friedericianeum Schrift

 “ Badezimmer ”

Ungewohnter  Schriftzug am Hauptgebäude der documenta: Viele Passanten können die  Aussage am Portikus des Museums Fridericianeum nicht auf Anhieb  entschlüsseln und sehen zunächst nur Buchstabensalat:

“ BEING  SAFE  IS SCARY “.

heißt für mich frei übersetzt: “ sich sicher fühlen, ist unsicher”, viele andere Deutungen wie z.B. “nur die Unsicherheit ist sicher” (Emilie Engbirk) sind möglich!

016 Hickelkasten 017 Hickelkasten Detail

Vlassis Caniaris- HOPSCOTCH-6973 (für mich “ Hickelkasten”)

Hopscotch ist ein Environment, das von kopflosen Attrappen  bevökert ist, die um ein Hüpfspiel herumstehen. Anstelle von mit Kreide geschrieben Zahlen weist dieses Worte auf, die auf Zustände und  Mechanismen einer Arbeitsmarktpolitik für Immigrant/innen anspielen.  Caniaris konzentriert sich auf verschiedene Geschichten, Stimmen, Gesten und gewöhnliche Objekte, die mit den Arbeits- und Lebensbedingungen der ”Gastarbeiter” jener Gruppe migrantischer Arbeiter/innen also, die  aufgrund von zwischenstaatlichen Übereinkünften seit den späten 1950er  Jahren durch das westliche Europa wanderte und reflektiert so über die unsichere Wirklichkeit territorialer Verdrängung, gesellschaftlichen  Ausschluss, nationale Identität und verweigerte Bürgerrechte. “

014 Lichtperformance 018 Gemälde

Licht-Performance

020 Stacheldraht

Collage aus Griechenland

015 Die Gefolterte

“ Einzäunung “: (für mich: Menschen müssen mit Stacheldraht vor sich selbst geschützt werden!)

019 Gemälde

für mich das wohl beeindruckendste und tiefgehendste Ausstellungstück im Museum Fridericianeum war die Arbeit des griechischen Künstlers

Dimitris Alithinos “Das Verhör”,

das sicher im Zusammenhang mit den Ereignissen der griechischen Militärdiktatur  (1967-1974)  zu sehen ist.

024 Raumblick

Gemälde

021 Gemälde

auch am letzten Tag der documenta 14 besichtigten tausende Besucher die verschiedenen Ausstellungsorte

023 Lichtinstallation
022 Lichtinstallation

faszinierende Farbeffekte werden durch eine Lichtinstallation an die Wände “gemalt” und verwandeln den ganzen Raum in immer wieder neue Ansichten.

025 Fahnenarrangement

Bia Davou: “Sails” 1981

026a Farbkomposition

Farbkomposition (Stanley Whitney: Stay Song 2017)

026 Masken von Beau Dickwaren

“Masken” des indigenen kanadischen Künstlers Beau Dickwaren

028 Wracks Flüchtlingsboote

“Schiffswrackteile”: Der Künstler und Komponist Guillermo Galindo hat für seine Installation  “Fluchtzieleuropahavarieschallkörper” Instrumente aus Schiffswracks  gebaut, die er auf der Insel Lesbos gefunden hatte.

027 Blick in Halle

Blick in die große Ausstellungshalle im “Haus der documenta” mit Schiffswrackteilen und an der Decke hängenden, mit naturbasiertem Indigo gefärbten Wäschestücken

029 Collage

El Hadji Sy: “Disso-Concertation” 2016

030 Parthenon der Bücher

(das Foto ist am 17.09.2017 um 12:00 Uhr nach dem Besucheransturm auf die Bücher entstanden)

Der “Parthenon der Bücher” von der argentinischen Konzeptkünstlerin Marta Minujin war das absolute Highlight der <documenta 14> 2017 in Kassel. Das dem Parthenon von Athen maßstabsgetreu nachgebaute 70m lange und 30m breite Metallgerüst bestand aus 14 Meter hohen Säulen, um die herum rund 67.000 (differierende Zahlenangaben !) einstmals weltweit auf den Zensurlisten von Regimen gestandene, in Folie eingesiegelte Bücher wie Mosaiksteine befestigt waren. Die Künstlerin hatte diese Aufsehen erregende Aktion schon einmal 1983 in ihrer argentinischen Heimat als “Parténon de Libros” mit 25.000 von der Militärregierung verbotenen Büchern gestartet.

033 Foto Parthenon der Bücher

Foto der Aktion in Argentinien 1983

030a Parthenon der Bücher

Detailansicht des Gerüstes

031 Parthenon der Bücher 032 Parthenon der Bücher

auf Verbotslisten stehende Bücher: von der Bibel über Marx und Engels, von Eugen Roth über Berthold Brecht bis hin zu Micky Maus und Harry Potter

Wenn auch nicht alle “Kritiker” die documenta 14 positiv gesehen haben, mir, als Kunstlaien, haben viele der von mir gesehenen Ausstellungsstücke gefallen, sei es durch die Farbkompositionen, ihre Originalität oder ihre nachdenklich stimmende Aussage. Und natürlich habe ich mir auch ein Buch aus dem “Parthenon der Bücher” als Erinnerung an einen sehr gelungenen “Ausflug in die Kunst” nach Kassel gesichert!

Nach oben 3